FAQ Geschichtsstudium

1. Studiengänge und Studenten im Bereich Geschichte

1.1 Welche Geschichts-Studiengänge gibt es?

Im Fach Geschichte bietet Konstanz Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor (B.A.), Master (M.A.), Lehramt (Staatsexamen, B.Ed., M.Ed.). Die Staatsexamensstudiengänge laufen aus, Neuimmatrikulationen sind hier nicht mehr möglich. Alle Abschlüsse außer dem Master können im Haupt- und im Nebenfach studiert werden. Außerdem kann Neuere/Neueste Geschichte als Wahlpflicht- oder Doppelwahlpflichtfach im Rahmen eines Wirtschaftspädagogikstudiums (= B.A. Economics und M.A. Wirtschaftspädagogik) gewählt werden. Aufgrund mehrerer Änderungen der Prüfungsordnungen gelten auch für Studierende mit dem gleichen Studienziel teilweise recht unterschiedliche Regelungen. Dies gilt vor allem im Lehramt; einige Studierende schließenihr Studium noch nach der Prüfungsordnung von 2001 ab ("WPO 2001"), andere studieren nach der von 2009 ("GymPO 2009"), seit WS 2015/16 neu immatrikulierte Studierende studieren nach der B.Ed.-Prüfungsordnung.

1.2 Studierende anderer Fächer - Allgemeines

Geschichtsveranstaltungen können desweiteren von Studierenden u.a. folgender Studiengänge besucht werden: Kulturwissenschaft der Antike (KdA), Gender Studies (GS), Kulturelle Grundlagen Europas (KGE), Politikwissenschaft, Deutsche Literatur, Slavistik, Verwaltungswissenschaft, Osteuropa-Studien. Die Leistungsanforderungen werden aber in allen diesen Fällen vom Fachbereich Geschichte bzw. von den einzelnen Dozenten festgesetzt und sollten für alle Teilnehmer einer Veranstaltung den gleichen Regeln folgen. Dazu gehört z.B. auch, dass der Besuch des Tutoriums Teil des Proseminars ist und dass Studierende anderer Fächer, die in Geschichte ein Hauptseminar besuchen wollen, vorher ein Proseminar mit Tutorium in der gleichen Epoche mit Erfolg abgeschlossen haben müssen.

1.3 Studierende anderer Fächer – Vergabe von ECTS-cr

Wenn Studierende anderer Fächer (oder Gaststudenten) abweichende cr-Zahlen brauchen, können Dozenten in begründeten Einzelfällen auch abweichende cr-Zahlen vergeben und dafür nach eigenem Ermessen entsprechende Studienleistungen festlegen. Als Orientierungsgröße dient der Wert von 30 Stunden Arbeitsaufwand pro ECTS-Punkt. Abweichungen von der normal cr-Zahl sollten aber die absolute Ausnahme bleiben.

2. Zuordnung von Lehrveranstaltungen

Alle Lehrveranstaltungen in Geschichte werden einer oder mehreren Epochen und einem oder mehreren der diversen Geschichts-Studiengänge (Lehramt, Bachelor, ...) zugeordnet. Außer­dem können Lehrveranstaltungen für Studenten anderer Studiengänge offenstehen (oder nicht) und für bestimmte Gruppen (z.B. Studienanfänger oder Abschlusskandidaten) begrenzt werden.

2.1 Wie werden die Veranstaltungen den Epochen zugeordnet?

Alle Veranstaltungen werden aufgrund der Angaben der einzelnen Dozenten von der Studienberatung einer Epoche oder gegebenenfalls auch mehreren Epochen zugeordnet. Proseminare sollten allerdings immer nur einer Epoche zugeordnet werden.

2.2 Wie sind die Epochen definiert?

Die verschiedenen Prüfungsordnungen enthalten unterschiedliche Epocheneinteilungen für die Geschichte ab ca. 1500. In den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Master, neues Lehramt) sind das 19., 20. und 21. Jahrhundert als Neueste Geschichte zusammengefasst, die Frühneuzeit meint entsprechend die Zeit von ca. 1500 bis ca. 1800. Im alten Lehramt (WPO 2001) umfasst die "Neuzeit" die gesamte Moderne ab ca. 1500 und wird teilweise noch in die "neuere Geschichte" von ca. 1500 bis ca. 1900 einerseits und die "neueste Geschichte" bzw. Geschichte des 20. Jahrhunderts andererseits eingeteilt. Letzteres ist insbesondere bei den Staatsexamensprüfungen relevant.

Veranstaltungen können auch mehr als einer Epoche zugeordnet werden. Bei Prüfungsthemen muss vom Prüfer immer genau eine Epoche festgelegt werden, der ein Thema zugehört.

2.3 Wie werden die Veranstaltungen den Modulen zugeordnet?

Alle Veranstaltungen werden aufgrund der Angaben der einzelnen Dozenten vom Studienberater den einzelnen Modulen zugeordnet. Wenn Dozenten nichts anderes angeben, wird davon ausgegangen, dass Lehrveranstlatungen allen Geschichtsstudenten (BA, MA, Lehramt) aller Semester offenstehen, aber in keinem anderen Studiengang verlinkt werden sollen.

2.4 Wie werden die Veranstaltungen anderen Studiengängen zugeordnet?

Für die Zuordnung von Geschichts-Veranstaltungen zu Modulen in anderen Fächern (z.B. KdA, Gender Studies, Osteuropa) sind die jeweiligen Fächer zuständig.

3. Wie sind die einzelnen Veranstaltungstypen definiert?

3.1 Vorlesungen, Kurse und Übungen (2 SWS; i.d.R. 3 ECTS-cr)

Jeder Student, der einen Leistungsnachweise erwerben will, muss eine benotbare Einzelleistung erbringen; es gibt in Konstanz im Fach Geschichte generell keine "Sitzscheine". In der Regel ist in Vorlesungen eine Klausur und in Kursen ein Referat gefordert, aber jeder Dozent kann für alle oder für einzelne Teilnehmer auch andere Leistungen festlegen (Essay [5-7 Seiten], Protokoll, mdl. Prüfung, Klausur usw., aber keine "echten" Hausarbeiten); die Art des Leistungsnachweis wird in der Beschreibung der Veranstaltung und in dieser selbst angegeben.

Die allermeisten Vorlesungen, Kurse und Übungen haben drei Credits, was einem Arbeitsaufwand von ca. 90 Arbeitsstunden für Unterricht, Vor-/Nachbereitung und Prüfungsvorbereitung bzw. Referat entspricht. Veranstaltungen mit besonders hohem Arbeitsaufwand (ca. 180 Arbeitsstunden) haben entsprechend mehr ECTS-cr, nämlich 6 cr. Dies gilt unter anderem für alle Einführungsvorlesungen. In allen Fällen sind diese Angaben im LSF zu finden und gelten für alle Studierenden (unabhängig von Studiengang und Prüfungsordnung).

Die meisten dieser Veranstaltungen stehen Studenten aller Semester offen.

Es ist nicht möglich, in Vorlesungen, Kursen oder Übungen Seminarscheine zu vergeben.

Vorlesungen werden in Konstanz nur von Professoren, Juniorprofessoren und Privatdozenten angeboten; Kurse und Übungen können von allen Dozenten angeboten werden.

3.2 Proseminare mit Tutorium (4 SWS; 9 ECTS-cr) 

Proseminare sollen Wissen über ein bestimmtes Thema vermitteln und zugleich in das Studium der jeweiligen Epoche einführen, insbesondere auch die Kenntnis epochenspezifischer Hilfsmittel und Arbeitstechniken vermitteln. Die Proseminare sind, je nach Studiengang, für einen Teil der Studenten die einzige Lehrveranstaltung in der entsprechenden Epoche, für einen größeren Anteil handelt es sich um eine von zwei Lehrveranstaltungen, die diese Studenten in dieser Epoche besuchen.Leistungsnachweis sind in der Regel Referat plus Hausarbeit (10-20 Seiten); zum Tutorium gibt es i.d.R. eine Klausur, deren Bestehen ebenfalls Voraussetzung für den Scheinerwerb ist. Dozenten dürfen, wenn es dafür einen besonderen Grund gibt, auch Kursscheine vergeben, in diesem Fall genügt eine Leistung (i.d.R. das Referat), die Studenten erhalten dann 3 ECTS-cr.

Proseminare sollten in der Regel von promovierten Dozenten angeboten werden; für Proseminare werden keine Lehraufträge vergeben. Das weit verbreitete Gerücht, dass für die Zwischenprüfung zusätzliche Proseminare über die drei bzw. vier Pflicht-Proseminare hinaus besucht werden müssten, ist falsch. Laut GymPO 2009 sollen die Themen der Zwischenprüfung vielmehr von denen der besuchten Proseminare verschieden sein.

Weder Proseminare noch Tutorien sollten sich zeitlich mit den Latinumskursen von Herrn Fugmann überschneiden.

3.3 Tutorien

Ohne den erfolgreichen Besuch des Tutoriums kann kein Proseminarsschein erworben werden; das gilt auch für Studenten anderer Fachbereiche und auch dann, wenn diese z.B. weniger als neun ECTS-cr benötigen. Im Einverständnis mit den jeweiligen Dozenten können Studenten auch ein anderes Tutorium aus der gleichen Epoche besuchen, wenn z.B. das eigentlich vorgesehene Tutorium mit einer Pflichtveranstaltung aus einem anderen Fach kollidiert. Studenten, die ein Proseminar zwar nicht bestanden haben, aber das zugehörige Tutorium besucht und die entsprechende Klausur bestanden haben, müssen beim nächsten Proseminar in der gleichen (!) Epoche nicht noch einmal das Tutorium besuchen; die Beweislast dafür liegt beim Studenten.

3.4 Kompaktkurse (2 SWS; i.d.R. 3 ECTS-cr)

Kurse können auch im Kompaktform angeboten werden. Die Stundenzahl sollte der normaler zweistündiger Veranstaltungen entsprechen (ca. 15 Doppelstunden). Die Anforderungen sind ansonsten identisch mit denen eines "normalen" Kurses, auch die Anrechnung auf das Deputat entspricht der eines normalen Kurses.

Es empfiehlt sich, während der Vorlesungszeit, und zwar vor Ende des Anmeldezeitraumes, eine Informationsveranstaltung anzubieten. Aus organisatorischen Gründen sollten Kompaktkurse nicht in der regulären Vorlesungszeit angeboten werden.

3.5 Exkursionen (i.d.R. unter 1 SWS, i.d.R. 3 ECTS-cr)

Exkursionen sollten im Zusammenhang mit vorbereitenden Lehrveranstaltungen stehen, deren Besuch ggf. auch als Teilnahmevoraussetzung festgesetzt werden kann; dies wird im LSF angekündigt. In jedem Fall müssen Studenten auch im Rahmen von Exkursionen eine individuelle Leistung erbringen (z.B. Referat vor Ort oder Essay); dies gilt für alle Studenten aller Studiengänge. Die Vorbereitung und Durchführung der Exkursion sollten einem Aufwand von ca. 90 Arbeitsstunden entsprechen. Liegt der Arbeitsaufwand höher, werden entsprechend mehr cr ausgewiesen.

Exkursionen sollten länger als nur einen Tag dauern. Tagesexkursionen können Teil anderer Lehrveranstaltungen sein, ohne dass hierfür ein eigener Leistungsnachweis ausgegeben wird.

Die Lehrverpflichtungsordnung legt die Anrechenbarkeit von Exkursionen auf das Lehrdeputat wie folgt fest: "Exkursionen werden zu drei Zehnteln auf die Lehrverpflichtung angerechnet; je Tag werden höchstens 10 Lehrstunden zugrunde gelegt." Eine neuntägige Exkursion wird also maximal mit 30 Arbeitsstunden und damit 2 SWS auf das Deputat angerechnet.

Der Fachbereich kann in gewissem Umfang Kostenzuschüsse bereitstellen; zuständig für diese Fragen ist der Fachbereichsreferent, Herr Raufer.

3.6 Hauptseminare (2 SWS; 9 ECTS-cr)

Voraussetzung für den Besuch eines Hauptseminars sind die Zwischenprüfung bzw. in Studiengängen ohne Zwischenprüfung (Bachelor) der erfolgreiche Besuch eines Proseminars zur gleichen Epoche wie das Hauptseminar. Letzteres gilt insbesondere auch für Studenten, die nicht Geschichte studieren, sondern z.B. Gender Studies. Leistungsnachweis sind in der Regel Referat plus Hausarbeit (20-30 Seiten). Dozenten dürfen auch Kursscheine vergeben, in diesem Fall genügt eine Leistung (i.d.R. das Referat), die Studenten erhalten dann 3 ECTS-cr. Nicht möglich ist der Erwerb von Seminarscheinen in Kursen. Hauptseminare werden in Konstanz nur von Professoren, Juniorprofessoren und Privatdozenten angeboten.

3.7 Oberseminare (2 bzw. 3 SWS; 9 ECTS-cr)

Oberseminare sind nur für Master-Studenten vorgesehen. In der Regel handelt es sich um ein Hauptseminar, an dem auch Master-Studenten teilnehmen, alle dort erwähnten Regeln gelten entsprechend. Teilweise ist es in Konstanz üblich, den Master-Studenten wöchentlich eine "dritte Stunde" anzubieten oder andere Angebote nur für diese zu schaffen. Die Prüfungsordnung schreibt dies allerdings nicht vor, die Praxis ist uneinheitlich.

Es ist theoretisch möglich, aber bisher nicht praktiziert, ein Oberseminar nur für Master-Studenten anzubieten, also BA- und Lehramtsstudenten die Teilnahme zu versagen.

3.8 Kolloquien (1-2 SWS; 3 cr)

Kolloquien sind nur für Master-Studenten in der Prüfungsordnung vorgesehen. Kolloquien i.S. der aktuellen Master-PO sind ein- oder zweistündig und werden mit 3 ECTS-cr bewertet. Andere fortgeschrittene Studenten können zugelassen werden, aber hauptsächlich sind Master-Kolloquien auch für Master-Studenten gedacht und sollten sich auf deren Beiträge stützen.

Der Begriff "Kolloquium" wird außerdem auch für andere Veranstaltungen, in denen keine Leistungsnachweise erworben werden, verwendet. Für solche Kolloquien bestehen keine Vorschriften durch die Prüfungsordnung.

Kolloquien werden in Konstanz nur von Professoren, Juniorprofessoren und Privatdozenten angeboten.

4. Anmeldung zu Lehrveranstaltungen

4. 1 Proseminare: Anmeldung über LSF

Für die Proseminare existiert ein eigenes Anmeldeverfahren vor Vorlesungsbeginn. Anmeldeschluss ist jeweils am letzten Freitag vor Vorlesungsbeginn um 12 Uhr mittags; sowohl die Teilnehmer als auch die Dozenten werden kurz darauf per Email darüber informiert, wer an welchem Proseminar teilnimmt. Die Anmeldung ersetzt die Anmeldung über Studis und ist verbindlich. Alle angemeldeten Teilnehmer und nur diese haben Anspruch auf einen Platz im Proseminar. Die Verteilung berücksichtigt die Prioritäten der Studenten und verteilt diese so, dass alle Proseminare zwischen 5 und 20 Teilnehmer haben; die Höchst- und Mindestteilnehmerzahlen können dabei auch abweichen.

Näheres zum Verfahren hier

Wer diese Anmeldung nicht nutzen kann, meldet sich spätestens im Anmeldezeitraum bei der Studienberatung: Studienberatung.BA.Geschichte@uni-konstanz.de

Studierende, die keinen Proseminarsschein erwerben wollen (Gasthörer, ZP-Kandidaten, Kursschein) haben grundsätzlich keinen Anspruch auf einen Platz im Proseminar und sollten nur angenommen werden, wenn das Proseminar ansonsten nicht zu groß ist. Die Entscheidung liegt beim Veranstalter.

4.2 Latinums-Kurse

Für die Latinumskurse von Herrn Fugmann ist die Platzzahl (ca. 90) begrenzt, auch hier gibt es ein Anmeldeverfahren über das LSF.

4.3 Alle anderen Lehrveranstaltungen: Anmeldung über Studis

Für alle anderen Lehrveranstaltungen müssen sich alle Studenten (auch fachfremde) elektronisch anmelden ("Studis"); nur wenn dies nicht möglich ist, können Studenten auch manuell angemeldet werden. Dies kann einige Austauschstudierende und Studierende der PH Thurgau betreffen. Die Anmeldung über Studis findet ungefähr in der Semestermitte statt und ist verbindlich; Studierende, die sich hier nicht anmelden, können keinen Schein erwerben, umgekehrt muss die Leistung von allen Studenten, die sich angemeldet haben, bewertet werden (ggf. also auch mit "nicht bestanden").

5. Was sind "studienbegleitende Prüfungsleistungen"?

Für jeden Veranstaltungstyp gibt es übliche Prüfungsleistungen (s.o.), wobei es jedem Dozenten freigestellt ist, für einzelne oder auch alle Teilnehmer andere Prüfungsleistungen festzusetzen; dies sollte im LSF angegeben und in der ersten Stunde nochmals deutlich gesagt werden.

Als studienbegleitende Prüfungsleistungen kommen in Frage: Hausarbeiten, Referate, mündliche Prüfungen, Klausuren, schriftliche Leistungen wie Essays.

Hausarbeiten haben im Fach Geschichte einen Umfang von 10-20 Seiten (Proseminar) bzw. 20-30 Seiten (Haupt- und Oberseminar). Hausarbeiten werden nur in Pro- und Hauptseminaren geschrieben, sollten dort umgekehrt aber in der Regel nicht durch andere Prüfungen substitutiert werden.

Für Referate ist eine Dauer von 15 min. üblich (aber nicht zwingend); Gruppenarbeit ist zulässig, wenn der Dozent es so wünscht. Mündliche Prüfungen dürfen 10 bis 30 min. pro Kandidat dauern; Gruppenprüfungen sind unüblich, aber zulässig. Klausuren sollen 60 bis 240 min. dauern, 90 bis 180 min. sind üblich. Multiple choice-Klausuren sind unüblich, aber zulässig. Als "schriftliche Leistung" sind gelegentlich auch Essays von 5-7 Seiten üblich; der Aufwand sollte deutlich unter dem einer Hausarbeit liegen.

Andere Formen sind ausdrücklich erlaubt (Stundenprotokolle, Rezensionen, usw.). Bei der Aufgabenstellung wie bei der Bewertung insbesondere von alternativen Prüfungsformen sollte darauf geachtet werden, dass der Aufwand jeweils ungefähr gleich ist. Für alle Prüfungsleistungen außer Hausarbeiten sieht die Prüfungsordnung vor, dass die Studenten ca. 30 Stunden für die Durchführung und/oder Vorbereitung benötigen.

5. 1 Was bedeutet "Verlust des Prüfungsanspruches"?

Der Verlust des Prüfungsanspruches ist die schärfste Sanktion, mit der die Prüfungsordnungen unzureichende Studien- und Prüfungsleistungen oder Betrugsversuche bei Prüfungen sanktionieren. Der Verlust des Prüfungsanspruches im Fach Geschichte führt, wie in allen Fächern, zu einer Exmatrikulation kraft Amtes und macht es dem betroffenen Studenten darüber hinaus unmöglich, sich an einer deutschen Hochschule für einen identischen oder vergleichbaren Studiengang einzuschreiben. Zu einem Prüfungsanspruchsverlust können auch das Überschreiten bestimmter Prüfungsfristen und Täuschungsversuche bei Prüfungen führen. Die Entscheidung über den Verlust des Prüfungsanspruch trifft der Prüfungsausschuss.

5.2 Verspätete Abgabe, Nichterscheinen, Überschreiten von Prüfungsfristen

Die Nichterbringung von Leistungen kann als Nichtbestehen gewertet werden; Hausarbeiten und Abschlussarbeiten, die nicht pünktlich abgegeben werden, sind ebenso nicht bestanden wie eine Klausur oder mündliche Prüfung, zu der ein Kandidat ohne triftigen Grund nicht erscheint. Außerdem kann bei bestimmten Prüfungen auch die Nicht-Anmeldung zu einem Überschreiten der Prüfungsfristen führen, was ebenso gewertet wird wie ein Nichtbestehen; dies gilt unter bestimmten Bedingungen für die Orientierungs- und im Lehramtsstudium auch die Zwischenprüfung.

5.3 Täuschungsversuche/Plagiate

Plagiate und andere Täuschungsversuche führen auf jedem Fall zum Nichtbestehen der jeweiligen Prüfungsleistung; zusätzlich können weitere Sanktionen bis hin zum Verlust des Prüfungsanspruches drohen. Dozenten markieren solche Fälle auf den Notenlisten mit "Plagiat". Bitte melden Sie Plagiate an die Studienberatung, damit der Prüfungsausschuss dies bei Wiederholungsfällen berücksichtigen kann.

5.4 Wiederholung / Endgültiges Nichtbestehen von Prüfungen

In den modularisierten Studiengängen können alle nicht bestandenen Prüfungen (und damit auch studienbegleitende Prüfungsleistungen) grundsätzlich einmal wiederholt werden, aber in aller Regel nicht mehr als einmal; über Ausnahmen entscheidet der Prüfungsausschuss.

Nicht bestandene studienbegleitende Prüfungen müssen spätestens im Folgesemester wiederholt werden. Wiederholungsklausuren o.ä. sollten angeboten werden; laut PO müssen mindestens vier Wochen zwischen Bekanntgabe der Ergebnisse und der Wiederholungsprüfung liegen. Gibt es keine solche Wiederholungsmöglichkeit, müssen die Studenten im Folgesemester eine äquivalente Veranstaltung (z.B. Proseminar in der gleichen Epoche) besuchen.

Wird die Wiederholung ebenfalls nicht bestanden, zählt die Prüfung als "endgültig nicht bestanden", was weitreichende negative Konsequenzen haben kann.

Ähnliches gilt für die Abschlussprüfungen; wird z.B. eine Abschlussarbeit mit "ungenügend" bewertet und auch die dann zu schreibende neue Arbeit nicht mit wenigstens "ausreichend", ist die Bachelorprüfung insgesamt nicht bestanden und kann nicht mehr wiederholt werden.

6 Prüfungen (v.a. Abschlussprüfungen)

6.1 Welche Prüfungen gibt es?

Abgesehen von den Abschlussprüfungen für Bachelor, Master und Lehramt (s.u.) gibt es noch folgende Prüfungen: Die Orientierungsprüfungist eine studienbegleitende Prüfung im Bachelor und Lehramt, d.h. bis zu einem bestimmten Zeitpunkt müssen die Studenten bestimmte Leistungen vorweisen. Die Zwischenprüfung (s.u.) im Lehramtsstudium und im auslaufenden Magisterstudium ist eine mündliche Prüfung nach dem vierten bis sechsten Semester. Im Lehramt nach WPO 2009 und im B.Ed. sind sog. Modulabschlussprüfungen vorgesehen; es handelt sich um mündliche Prüfungen, die hinsichtlich der Themen und des Umfangs den alten Zwischenprüfungen entsprechen.

6.2 Was heißt prüfungsberechtigt?

Prüfungsleistungen, die nicht Teil einer Lehrveranstaltung sind, dürfen nur von dazu berechtigten Prüfern abgenommen bzw. bewertet werden. Die Prüfungsberechtigung muss u.U. für einzelne Prüfungsarten (BA, MA, Lehramt, usw.) getrennt beantragt werden und es gelten unterschiedliche Voraussetzungen. Für die Erteilung ist das Prüfungsamt zuständig, im Falle des Staatsexamens das Landeslehrerprüfungsamt. Eine Übersicht findet sich auf der Geschichts-Homepage.

6.3 Wie funktioniert die Zwischenprüfung?

Die Zwischenprüfung trennt im Lehramtsstudium Grund- und Hauptstudium und ist Voraussetzung für den Besuch von Hauptseminaren. Die Prüfung selbst dauert insgesamt ca. 40 min.; die beiden Themen müssen im alten Lehramt (WPO 2001) aus zwei der drei Epochen Antike, Mittelalter und Neuzeit stammen, nach der neuen Lehramts-PO (Gym-PO 2009) hingegen muss je ein Thema der "Modulanschlussprüfungen" aus der modernen und vormodernen Geschichte stammen.

Prüfungsberechtigt sind alle Habilitierten einschließlich Juniorprofessoren. Studenten dürfen auch einen nichthabilitierten Beisitzer anstelle des zweiten Prüfers vorschlagen, wenn sie bei diesem ihr Proseminar absolviert haben.

Themen, Termin und Ort vereinbart der Kandidat mit seinen Prüfern. Die Anmeldung und Zulassung läuft über die Studienberatung, die auch die Themen und Prüferkombinationen kontrolliert. Die Studenten müssen bei der Prüfung die schriftliche Zulassung vorzeigen. Die Noten werden, wie alle anderen Noten, in POS/Studis verbucht und über beglaubigte Auszüge nachgewiesen.

Das häufig zu hörende Gerücht, dass ZP-Kandidaten ein Proseminarsthema als Prüfungsthema wählen und/oder ein zusätzliches Proseminar besuchen müssten, um "in" diesem geprüft zu werden, ist falsch. ZP-Kandidaten, die keine Proseminarsscheine mehr erwerben müssen, sollten nicht zu Proseminaren zugelassen werden. PS-Dozenten dürfen solche Studenten zulassen, aber wenn die Plätze knapp sind, haben alle anderen Studenten Vorrang. Die neue Lehramts-PO (2009) schreibt ausdrücklich fest, dass die Themen der Modulanschlussprüfungen sich nicht mit den Themen der absolvierten Proseminare überschneiden sollen; ansonsten gibt es keine Einschränkungen der Themen.

6.4. Wie unterscheiden sich alte und neue Zwischenprüfung?

Die "neue" ZP (nach der GmyPO von 2009) unterscheidet sich von der alten de iure dadurch, dass die beiden Prüfer nicht gemeinsam eine Prüfung abnehmen, sondern jeder für sich eine Prüfung abnimmt. Dieser Unterschied ist dann relevant, wenn genau einer der beiden Prüfungsteile mit "nicht ausreichend" bewertet wird. Nach der alten Prüfungordnung kann die gesamte ZP in diesem Fall immer noch bestanden werden, wenn der Durchschnitt beider Einzelnoten mindestens eine 4,0 ist; andernfalls muss die gesamte Prüfung wiederholt werden. Nach der neuen Prüfungordnung hingegen gilt die jeweilige Teilprüfung unabhängig von der Bewertung der anderen als nicht bestanden und muss wiederholt werden. Bei einer solchen Wiederholungsprüfung wird dann also nur ein Thema geprüft; es muss allerdings trotzdem eine zweite Person als Beisitzer dabei sein. Beisitzer müssen mindestens einen zum Staatsexamen gleichwertigen Studienabschluß (Master, Magister) abgelegt haben.

Die Modulabschlussprüfungen im B.Ed. sind ebenfalls, wie schon in der GymPO 2009, zwei separate Prüfungen, die oben genannten Regeln gelten auch hier.

6.5. Wie funktioniert die B.A.-Prüfung?

Die Prüfung besteht aus der B.A.-Arbeit (ca. 30 Seiten) und einer mündlichen Prüfung, in der diese verteidigt wird. Die schriftliche Arbeit kann zu zwei Terminen im Semester begonnen werden, die Bearbeitungszeit beträgt sechs Wochen. Die Termine der mündlichen Prüfung können frei vereinbart werden. Prüfungsberechtigt sind alle Habilitierten einschließlich Juniorprofessoren. In der Regel wird die mündliche Prüfung von den beiden Prüfern abgenommen, die bereits die B.A.-Arbeit betreut haben.

Um zur B.A.-Arbeit zugelassen zu werden, müssen die Studenten nur eine relativ geringe Anzahl von studienbegleitenden Leistungen nachweisen. Um zur mündlichen Prüfung zugelassen zu werden, müssen hingegen alle studienbegleitenden Prüfungsleistungen absolviert und benotet sein. Bitte geben Sie B.A.-Kandidaten die Gelegenheit, Seminararbeiten ggf. früher abzugeben und korrigeren Sie diese Arbeiten möglichst zeitnah; bevor nicht alle Leistungen benotet sind, kann die mündliche Prüfung nicht stattfinden.

6.5. Wie läuft die Master-Prüfung ab?

Nach der aktuellen Prüfungsordnung, deren fachspezifischer Teil für Geschichte zuletzt am 06.08.2010 geändert wurde, besteht die Abschlussprüfung für den Master Geschichte in dieser Reihenfolge aus einer Master-Arbeit und einer mündlichen Prüfung. Die Bearbeitungszeit für die Master-Arbeit beträgt vier Monate, der Umfang ist nicht vorgeschrieben. In der mündlichen Prüfung von ca. einer Stunde Dauer werden vier Themen geprüft, zwei aus dem Schwerpunkt- und zwei aus dem Vertiefungsbereich des Master-Studiums. Das Thema der Master-Arbeit und ihr Umfeld bleiben dabei aber außer Betracht.

7.0. Staatsexamen

7.1. Prüfungsberechtigung

Als Betreuer und Prüfer kommen alle habilitierten Angehörigen des Fachs einschließlich Juniorprofessoren und Juniordozenten in Frage. Die Prüfungsberechtigung (für neue Dozenten, Vertretungen usw.) muss vor der ersten Prüfung einmalig über den Fachbereich beim LLPA beantragt werden und bezieht sich immer auf alle Prüfungsteile, also die Betreuung von Zulassungsarbeiten, das Stellen und Korrigieren von Klausuren sowie die Abnahme mündlicher Prüfungen.

7.2. Vorbereitung

Die Studenten müssen sich jeweils etwa ein halbes Jahr im Voraus zu den Prüfungen anmelden und dabei die Unterschriften der Prüfer einholen; bei dieser Gelegenheit werden auch die Themen der mündlichen Prüfung festgelegt. Diese Anmeldung geht an das Landeslehrerprüfungsamt, das die Prüfungen organisiert; Stichtage sind der 30. April bzw. der 31. Oktober.

Zu den schriftlichen Prüfungen (meist im Februar/März bzw. September/August) erhalten alle Kandidaten eine relativ große Auswahl an Klausuren zur Wahl, mindestens eines aus jedem Rahmenthema. Diese Rahmenthemen werden spätestens in der Anmeldezeit öffentlich bekannt gemacht.

Die mündlichen Prüfungen (meist im April bzw. Oktober/November) beziehen sich auf vier abgesprochene Themen, jeweils genau eines aus den vier Epochen Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit und Neueste Geschichte.

8. Notengebung, Verbuchung der Noten, Fristen

8.1. Welche Noten gibt es?

Für alle Veranstaltungen sowie für alle Prüfungsleistungen in den modularisierten Studiengängen gibt es folgende Noten: Bestandene Leistungen können mit den Noten 1,00 bis 4,00 mit den Zwischennoten 1,3, 1,7, ..., 3,7 bewertet werden; nicht bestandene Leistungen werden mit "5,00" bewertet. Es gibt entsprechend die folgenden Noten:

1,01,31,72,02,32,73,03,33,74,05,0
sehr gutsehr gutgutgutgutbefriedigendbefriedigendbefriedigendausreichendausreichendungenügend

Abweichend von dieser Notenskala sind bei den Prüfungen in den alten Studiengängen, insbesondere bei Zwischenprüfungen und im Staatsexamen (jeweils nach der WPO von 2001), nur ganze und halbe Noten (1,0, 1,5 ... 4,0; 5,0/nicht bestanden) vorgesehen; im Zeugnis werden sogar nur ganze Noten angegeben.

8.2. Wie werden Noten und andere Informationen in POS/StudIS verbucht?

In POS/StudIS können außer Noten auch folgende Einträge aufgenommen werden: "Rücktritt mit Attest" (RA), "Rücktritt mit anerkanntem Grund" (RM), "Nicht erschienen" (NE), "Täuschung" (TA) sowie "Bestanden" (BE). Die ersten beiden Einträge bedeuten, dass die Prüfung weder als bestanden noch als nicht bestanden zählt und die Anmeldung auch sonst keine Folgen für den Studenten hat. "NE" und "TA" implizieren "nicht bestanden". Im Fach Geschichte werden in aller Regel keine unbenoteten Scheine vergeben; ein unbenotetes "Bestanden" (BE) wird, falls die Note für die Abschlußnote zählt, als "ausreichend" (= Note 4,0) gewertet.

Bei Geschichtsveranstaltungen, die zugleich als Veranstaltungen im Rahmen des Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums ("EPG 2") zählen sollen (eine Doppelanrechnung ist hier ausnahmsweise möglich, wenn der jeweilige Dozent zustimmt) kann auch der Vermerk "auch EPG" aufgenommen werden; diese Information erscheint dann auf den Leistungsübersichten in Klammern hinter dem Veranstaltungstitel.

8.3. Abgabe von Hausarbeiten und Abgabe von Noten

Die Prüfungsordnungen der vor, dass Studenten ihre Hausarbeiten grundsätzlich bis Semesterende abgeben müssen und schreibt deutlich vor, dass die Studenten einen Anspruch darauf haben, vor dem nächsten Anmeldezeitraum (also spätestens etwa in der Mitte des Folgesemesters) ihre Noten zu erfahren (siehe v.a. §26 (2) Bachelor-PO bzw. §18 (2) Lehramts-PO). Allgemein sollten alle Studenten gleich behandelt werden, was nicht ausschließt, dass einzelne Studenten Fristverlängerungen erhalten. Die Festsetzung der Abgabefristen ebenso wie die Verlängerung von Fristen im Einzelfall ist Ermessen jedes einzelnen Dozenten. Anerkannte Gründe sind insbesondere die Vorbereitung auf eine Latinumsklausur und Praktika; bei längeren Krankheiten oder ähnlichen nicht vom Studenten zu verantwortenden Umständen haben die Studenten einen Anspruch darauf, die Arbeit später abzugeben oder von der Anmeldung zurückzutreten. Liefert ein Student bis zum vereinbarten Termin ohne triftigen Grund keine Arbeit ab, ist dies als "nicht bestanden" zu werten.

Einzelne Noten können notfalls sowohl vor als auch nach den internen Fristen an Frau Dietz bzw. die Studienberatung gemeldet werden. Eine nachträgliche Korrektur der Noten ist möglich, insbesondere kann ein "nicht bestanden" durch eine Note ersetzt werden, wenn der Dozent eine verspätet abgegebene Arbeit doch noch annimmt, oder umgekehrt eine bestandene Leistung aberkannt werden, wenn sich herausstellt, dass sie auf Täuschung beruhte.

8.4. Zurückgeben/Überarbeiten von Hausarbeiten

Wenn eine Hausarbeit nicht den Kriterien wissenschaftlicher Arbeiten entspricht, muss sie mit "ungenügend" bewertet werden; die Studenten haben aber das Recht auf einen zweiten Versuch einschließlich der üblichen Bearbeitungszeit (i.d.R. vier bis sechs Wochen). Das Justitiariat weist darauf hin, dass bei solchen Wiederholungen ein neues Thema auszugeben ist. Ist ein zweiter Versuch im gleichen Seminar nicht möglich, muss im nächsten Semester eine äquivalente Veranstaltung besucht werden und die Hausarbeit dort geschrieben werden; Teilleistungen (etwa das Tutorium zu einem Proseminar) können aber übertragen werden (s.o.).