PD Dr. Marcus Sandl

Vertretung von Prof. Dr. Rudolf Schlögl im Sommersemester 2017

Fach: 05
Telefon: +49  7531 88-2489
Raum: F 353
E-Mail: marcus.sandl@uni-konstanz.de

Sprechstunde nach Vereinbarung


Lehre

Vergangene Lehrveranstaltungen (LSF)

Forschungsinteressen

  • Ideen-, Wissens- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit und Sattelzeit
  • Reformations­geschich­te
  • Ge­schichte politisch-ökonomi­scher und so­zialer Wandlungsprozesse auf territorial­staatlicher Ebe­ne vom 17. bis zum 19. Jahr­hun­­dert
  • Stadt­geschichte
  • Historiographie­geschichte
  • Geschichte der Erschließung und Kon­stitution euro­päischer und globaler Handlungsräume im 17. und 18. Jahr­hundert
  • Medien­geschichte und Me­dien­theorie

Aktuelles Forschungsprojekt

Global Player. Spiel und Krise um 1700“

Trotz der in den letzten Jahrzehnten zu konstatierenden Pluralisierung historiographischer Zu­griffsweisen gilt das 17. Jahrhundert in der Geschichtswissenschaft zumindest mit Blick auf Europa gemeinhin immer noch als Zeitalter der Krise. So werden Kriege, Katastrophen, Nie­dergänge und Zusammenbrüche fokussiert und zu einem epochalen Erklärungszusammenhang gefügt, während jene Aspekte, die sich dem Krisenparadigma entziehen, weithin unbeachtet bleiben. Zu letzteren zählt die während des 17. Jahrhunderts zu beobachtende Konjunktur des Spiels, die zahlreiche Facetten hatte. Schau-, Strategie-, Geschicklichkeits- oder Glücksspiele wurden in Europa nicht nur zu einem ständeübergreifenden Massenphänomen, sondern auch zu Figura­tionen der Selbst- und Weltbeobachtung und Reflexionshorizonten des sozio-ökonomischen, politischen und wissenschaftlichen Wandels. Sie ermöglichten es, so die These der Monographie, einen innerweltlichen Handlungsraum jenseits heilsgeschichtlicher Deutungs­muster auszuloten, mit Kontingenz und Wahrscheinlichkeit zu rechnen und letztlich hand­lungs­leitende Verfahren der Risikoabschätzung zu entwickeln, die bis in die jüngste Zeit nichts an Aktualität verloren haben. Das Buch widmet sich vor diesem Hintergrund u.a. einem im 17. Jahrhundert entstehenden neuen Typus des globalen Akteurs: dem Spekulanten bzw. „Projektemacher“. Zum zentralen Charak­teristikum dieses den Dispositiven des Spiels verpflichteten Akteurs gehörte es, die Krise zum Kriterium des eigenen Handelns und Entscheidens zu machen. Der Spekulant bzw. „Projekte­macher“ wurde damit nicht nur zu einem wesentlichen Katalysator der beginnenden Globali­sierung, sondern letztlich auch der Krise als historiographischem Erklärungsmodell selbst. Das Manuskript soll Ende 2017 abgeschlossen werden.

Publikationen

Wissenschaftlicher Werdegang

April 2017 - September 2017
Vertretung des Lehrstuhls für Frühe Neuzeit an der Uni­versi­tät Konstanz

Seit September 2016
Dozent an der Universität Basel

April - September 2016
Vertretung des Lehrstuhls für Frühe Neuzeit an der Uni­ver­si­tät Konstanz

September 2015 - Februar 2016
Lehrstuhlvertretung an der Universität Zürich; Lehrauftrag an der Universität Basel

September 2009 - August 2015
Assistenzprofessor für „Medialität der Vormoderne“ an der Universität Zürich

April 2009 - August 2009
Inhaber der Ergänzungsprofessur (W3) für Neuere Ge­schichte an der Universität Konstanz

11. November 2008
Abschluss des Habilitationsverfahrens mit der Habilitations­schrift „Medialität und Ereignis. Eine Zeitge­schichte der Re­formation“ (Verleihung der Lehr­be­fugnis für Neuere und Neueste Geschichte)

Mai 2007 - April 2008
Zwischenzeitliche Beurlaubung von der Assistentenstelle; Stipendiat des Kulturwissenschaftlichen Kollegs des Exzel­lenz­clusters 16 „Kulturelle Grundlagen von Integration“

Oktober 2004 - März 2009
Wissenschaftlicher Assistent (C1) am Lehrstuhl für Neuere Geschichte (Prof. Dr. Rudolf Schlögl) an der Universität Konstanz

April 2000 - Sept. 2004
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte (Prof. Dr. Rudolf Schlögl) an der Universität Konstanz

1997 - 2000
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungs­be­reich 434 „Erinnerungskulturen“ der Universität Gießen (Teil­pro­jekt „Enttraditionalisierung und Traditionsbildung in norma­tiv-referentiellen Diskursen“)

1996
Wissenschaftliche Hilfskraft (Koordination des SFB-An­trags „Erinnerungskulturen“) am Lehrstuhl für Neuere Geschich­te (Prof. Dr. Günther Lottes) an der Universität Gießen

1994 - 1997
Promotionsstudium der neueren Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen; Promotion (Dr. phil.) im Juli 1997 mit der Arbeit „Ökonomie des Raumes. Ökonomi­sches Wissen zwischen Alteuropa und Moderne“ („summa cum laude“)

1994 - 1995
Stipendiat des Graduiertenkollegs „Mittelalterliche und neu­zeit­liche Staatlichkeit“ der Universität Gießen

1993 - 1994
Studium der Rechtswissenschaft in Regensburg

1988 - 1992
Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Philo­sophie an der Universität Regensburg; Abschluss (M.A.) Nov. 1992 (Gesamtnote 1,1). Thema der Magisterarbeit: „Die Gesellschaft in der Sprache des Wilhelminischen Pro­testantismus“