Exzellenzcluster 16

Kulturelle Grundlagen von Integration

Der Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration" ist ein Verbund für kulturwissenschaftliche Forschung an der Universität Konstanz. Im Rahmen des Exzellenzwettbewerbs im Oktober 2006 eingerichtet, fördert die DFG den Cluster bis Oktober 2017.

Wissenschaftliches Konzept

Das wissenschaftliche Konzept des Clusters geht von der Arbeitshypothese aus, dass in Anbetracht jüngster Entwicklungen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit Prozessen der Globalisierung, Beschreibungsmodelle für dezentrierte Organisationsweisen des Sozialen gefunden werden müssen. Dies stellt eine erhebliche sozialwissenschaftliche, historische, kulturtheoretische und epistemologische Herausforderung dar. Mit der Entscheidung, Integration und Desintegration als beobachterabhängige und sich vielfältig überlagernde Vorgänge zu behandeln, statt den Begriff der Integration normativ zu privilegieren, verbindet sich deshalb eine entsprechende Umstellung des verwendeten Kulturbegriffs.

Forschungsfelder

Unter dem Dach des Gesamtprogramms des Clusters sind vorerst vier Forschungsfelder ausgewiesen. Um die Vernetzung zwischen den Projekten und Fachkompetenzen nicht zu blockieren, sind sie als inhaltliche Gliederung, nicht als organisatorische Segmentierung des Clusters entworfen.

  • Im Forschungsfeld „Identitätskulturen" wird nach den kulturellen Konstruktions- und Gelingensbedingungen von kollektiver und individueller Identität sowie nach der Konstruktion von epistemischen Objekten gefragt.
  • Das Forschungsfeld „Erzähltheorie als Kulturtheorie" untersucht die narrative Erzeugung und Plausibilisierung von sozialen Bindungen und die Bewältigung von Kontingenz und Desintegration.
  • Im Forschungsfeld „Transkulturelle Hierarchien" werden die Interferenzen zwischen unterschiedlichen Kulturen im Hinblick auf die jeweils auszuhandelnden Machtverhältnisse thematisiert.
  • Das Forschungsfeld „Kulturdynamik von Religion" konzentriert sich auf die kulturellen Voraussetzungen der institutionellen Ausformung von Religion und die in Religion eingelagerten Konfliktpotenziale.