Mag. Dr. Verena Halsmayer

Verena Halsmayer ist im Wintersemester 2021/2022 sowie Sommersemester 2022 als Gastwissenschaftlerin im Rahmen ihres vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Forschungsstipendium an der AG Wirtschaftsgeschichte.

Email: verena.halsmayer@unilu.ch

Forschungsinteressen

  • Wissensgeschichte des Ökonomischen
  • Modelle und Modellieren in den Sozialwissenschaften
  • historische und politische Epistemologien
  • Planungstheorien und -praktiken im 20. Jahrhundert
  • Werkzeuge und Verfahren des Verwaltens, Managens und Organisierens
  • Geschichte des Kapitalismus

Forschungsprojekte

Verena Halsmayer forscht zur Rolle mathematischer Modelle in der Hervorbringung und Zirkulation von ökonomischem Wissen. Besonders interessiert sie sich für die Frage, wie Modelle bereits existierendem Wissen eine neue Form geben und welche Rolle dabei die Verknüpfungen von Modellieren und Erzählen, Sichtbar- und Handhabbarmachen „des Ökonomischen“, von den aktiven Potentialen von Modellen und ihren Ausschlüssen spielen. Diese Verknüpfungen können, abhängig von der spezifischen Modellierungssituation, verschieden ausfallen. Zurzeit arbeitet Verena an einem Buchmanuskript, das bei Cambridge University Press unter Vertrag ist und auf ihrer Dissertation (Modeling, Measuring, and Designing Economic Growth: The Neoclassical Growth Model as a Historical Artifact) basiert. Verschiedene Episoden aus dem Leben des so genannten „Solow Modells“ der ökonomischen Wachstumstheorie zwischen den 1930er und 1970er Jahren untersuchen die Wechselwirkungen von Modellform, Denken über Wachstum und Entwicklung, Messtechniken und Interventionsverfahren in jeweils konkreten Umständen. Die Arbeit wirft folgende Frage auf: Inwiefern bringt die Historisierung und Verzeitlichung von ökonomischen Modellen eine andere Aufmerksamkeit für ihre vielfältigen Politiken mit sich?

Ein neues Forschungsprojekt widmet sich der Geschichte politischer Planung und ihrer Zeitlichkeiten. Im Zentrum stehen die alltäglichen Umgangsweisen mit jenen Instrumenten und Techniken, die „rationale“ und „sachgerechte“, gleichzeitig möglichst „dezentrale“ und „transparente“ Entscheidungsprozesse zur demokratischen Kontrolle etablieren sollten. Während computerisierte Entscheidungs- und Planungsmodelle Handlungsprogramme offerierten, war die Planungspraxis von divergenten Verhaltensweisen, heterogenen Temporalitäten, unerwarteten Widerständen, den Routinen administrativer Abläufe und Nicht-Beachtung geprägt. Das Projekt folgt planerischen Hilfsmitteln an verschiedene Orte abseits staatlicher Gremien, um die jeweiligen Umgangsweisen zu analysieren. Wie gestalteten sich die Beziehungen zwischen verschiedenen Planungspraktiken und welche temporalen Effekte hatten Entscheidungstechnologien – unabhängig davon, ob ihnen Erfolg zugesprochen wurde oder die Dinge anders als geplant liefen?

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