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50 Jahre "68": Mythos und Wirkung

Wann
Mittwoch, 16. Mai 2018
19.00 – 22.00 Uhr

Wo
Hörsaal A 701

Veranstalter
Prof. Dr. Sven Reichardt

ReferentIn:
Prof. Dr. Aleida Assmann, Dr. Gerd Koenen, Prof. Dr. Sven Reichardt, Prof. Dr. Wolfgang Seibel, Stefan Reinecke (Moderation)

Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Geschichte und Gegenwart“.

Die Zeit, in der Studentenbewegung und linksalternative Politikformen hochgeschätzt wurden und die Veteranen voller Stolz über ihren rebellischen Geist und freiheitlichen Aufbruch sprachen, scheint längst vorbei. Wurden die Studentenbewegung und ihre Folgen 1988 noch als Bruch mit der „bleiernen“ Zeit der 1950er Jahre gesehen, dominieren seit Anfang der 2000er Jahre Zuschreibungen wie Gewalt, totalitäres Denken, altlinker Moralismus und neoliberale Selbstausbeutung die Erinnerung an 1968. Aus Anlass des 50jährigen Gedenkjahres diskutieren wir die Geschichte dieser Interpretationen von „1968“ und spüren dabei den sich verändernden (politischen) Selbstverständigungs- und Gegenwartsdiagnosen der Bundesrepublik nach.

Es diskutieren Prof. Dr. Aleida Assmann (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin an der Universität Konstanz), Dr. Gerd Koenen (Publizist und Autor von "Das Rote Jahrzehnt"), Prof. Dr. Sven Reichardt (Professor für Zeitgeschichte an der Universität Konstanz) und Prof. Dr. Wolfgang Seibel (Politik- und Verwaltungswissenschaftler an der Universität Konstanz). Moderiert wird die Diskussion vom Journalisten Stefan Reinecke (taz).

Die Veranstaltungsreihe fragt anhand ausgewählter Themen danach, was unsere Gegenwart im Lichte der Geschichte ausmacht. Nach der Geschichte der Gegenwart zu fragen, bedeutet, aktuelle Themen aufzugreifen und mit historischem Sachverstand danach zu fragen, was unsere Zeit von vergangenen Epochen unterscheidet und welche zur der Gegenwart ähnlichen historischen Konstellationen sich identifizieren lassen. Es heißt aber auch danach zu fragen, welche historischen Bruchlinien uns von der Vergangenheit trennen. Im Dialog mit dem Publikum wollen wir einerseits danach fragen, wie die Gegenwart als Zeit möglicher Veränderung, als Ort von Neuanfängen zu denken ist. Andererseits gilt es zu bedenken, ob dabei Lehren aus der Geschichte gezogen werden können und welche historischen Traditionen in die Gegenwart hineinragen.

"Geschichte und Gegenwart" ist eine Veranstaltungsreihe von PD Dr. Jörn Happel, Dr. Peter Krause, Prof. Dr. Anne Kwaschik, Prof. Dr. Sven Reichardt, Prof. Dr. Laura Julia Rischbieter, Prof. Dr. Wolfgang Seibel, PD Dr. Martina Steber und Prof. Dr. Clemens Wischermann. Sie wird unterstützt durch die Dr. August und Annelies Karst Stiftung und den Verein der Ehemaligen der Universität Konstanz e.V. (VEUK).

Frank M. Rafik (Flickr) CC BY-NC-SA 2.0
Frank M. Rafik (Flickr) CC BY-NC-SA 2.0