Geschichte eines langjährigen Versteckspiels

Der Journalist Karl-Heinz Baum berichtet über seine Erlebnisse als Korrespondent in der einstigen DDR.. Im Gespräch mit den Konstanzer Historikern Jan Behnstedt-Renn und Dr. Peter Krause wird Karl-Heinz Baum, der als „Agent des Klassenfeindes“ beschattet, abgehört und verfolgt wurde. Einblicke in seine Tätigkeit geben, die neben dramatischen Momenten und historischen Wendepunkten auch erstaunlich skurrile Episoden aus der Geschichte eines langjährigen Versteckspiels bereithält.

Ein Gespräch an der Universität Konstanz mit dem Journalisten Karl-Heinz Baum über seine Erlebnisse als Korrespondent in der einstigen DDR

„Journalist, stumm, taub, seh- und gehbehindert, für interessante Tätigkeit in einem Ostblockstaat gesucht.“ So lautete die spöttische Stellenbeschreibung für Westjournalisten in der DDR. Angetreten hat diese Stelle Karl-Heinz Baum im Sommer 1977. Karl-Heinz Baum, ehemaliger Mitarbeiter des Konstanzer Südkurier und von 1977 bis 1990 Korrespondent der Frankfurter Rundschau, wird an der Universität Konstanz unter dem Titel „‘Kein Indianerspiel‘. Erlebnisse eines Westjournalisten jenseits der Mauer“ von seiner Arbeit als Westjournalist in der DDR berichten. Die Gesprächsrunde, die am Donnerstag, 21. Juni 2018, um 18.30 Uhr in Hörsaal A 703 stattfinden wird, steht für Fragen aus dem Publikum offen.

Karl-Heinz Baum war einer der wenigen akkreditierten Korrespondenten im ehemaligen Osten des geteilten Deutschlands, wurde als Agent des Klassenfeindes beschattet, abgehört und verfolgt und war am 9. November 1989 schließlich Zeuge der legendären Pressekonferenz von Günter Schabowski, die endgültig zum Fall der Mauer führte. Über dreiundzwanzig Jahre berichtete Karl-Heinz Baum für die Frankfurter Rundschau aus Ost-Berlin. Seine Reportagen und Erzählungen sind nicht nur eindrückliche Zeugnisse über das Leben und den Alltag in der ehemaligen DDR sowie präzise Beobachtungen über die Risse und Sollbruchkanten eines untergehenden Staates, sie sind vor allem auch abenteuerliche Schilderungen journalistischer Arbeit unter den Bedingungen systematischer Überwachung.

Wie gelangt man an geheime Informationen, ohne seine Informanten und den eigenen Status zu gefährden? Wie entzieht man sich sich der Observation durch die Staatssicherheit? Geholfen haben ihm offensichtlich eine gehörige Portion Mut, Glück und zahlreiche Täuschungsmanöver. Jedenfalls vermutete das die Stasi selbst. „Die ständige Unordnung in seinem Büro ist eine bewusste Abwehrmaßnahme gegen konspirative Wohnungsdurchsuchungen“, konnte Karl-Heinz Baum in seiner Stasi-Akte nachlesen. Ein offensichtliches Missverständnis. „Die Stasi war gut“, sagt Karl-Heinz Baum, „aber nicht sehr gut.“

Im Gespräch mit den Konstanzer Historikern Jan Behnstedt-Renn und Dr. Peter Krause wird Karl-Heinz Baum Einblicke in seine Tätigkeit geben, die neben dramatischen Momenten und historischen Wendepunkten auch erstaunlich skurrile Episoden aus der Geschichte eines langjährigen Versteckspiels bereithält.

Faktenübersicht:

  • Veranstaltung: „‘Kein Indianerspiel‘. Erlebnisse eines Westjournalisten jenseits der Mauer“
  • Der Journalist Karl-Heinz Baum berichtet im Gespräch von seiner Arbeit als Westjournalist in der DDR
  • Ort: Universität Konstanz, Hörsaal A 703
  • Zeit: Donnerstag, 21. Juni 2018, 18.30 Uhr
  • Freier Eintritt.

Kontakt

Jan Behnstedt-Renn
Tel. +49 7531 88-3365
jan.behnstedt@uni-konstanz.de