PD Dr. Martin Rempe

Kontakt:

Universität Konstanz
Fach 6
Universitätsstraße 10
D-78464 Konstanz

Raum: E 308
Tel.: +49 7531/88-3378

E-Mail: martin.rempe@uni-konstanz.de

Sprechstunde im WS 2019/20: mittwochs 15-16 Uhr (Raum E 308), ab 23.10.2019

Martin Rempe ist Historiker. Er forscht, lehrt und schreibt zur deutschen, europäischen und afrikanischen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Sozialgeschichte der Musik und in der Geschichte des Kolonialismus und der Dekolonisierung. Rempes laufendes Buchprojekt, das auf seiner Ende 2017 abgeschlossenen Habilitation fußt, widmet sich den Arbeits- und Lebenswelten von Musikern in Deutschland und zeichnet den Wandel in diesem Berufsfeld zwischen 1850 und 1960 nach. Sein erstes Buch befasst sich mit den Mechanismen und Auswirkungen der Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und dem Senegal. In dieser wie in vielen weiteren Veröffentlichungen von Rempe stehen transnationale und globalgeschichtliche Perspektiven im Vordergrund. 

Im Wintersemester 2019/20 vertritt Martin Rempe die Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Konstanz, die er schon einmal im Sommersemester 2018 vertreten hat. Im Wintersemester 2018/19 vertrat er die Professur für Außereuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Frühere Scholarships führten ihn unter anderem ans Deutschen Museum in München und ans History Department der Vanderbilt University. Rempe hat Geschichte, Politikwissenschaft und Europarecht an den Berliner Universitäten und an der Université Marc Bloch Strasbourg studiert. Er promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und war anschließend Postdoc bei der Kollegforschergruppe „The Transformative Power of Europe“ an der Freien Universität Berlin. Im April 2011 kam er als Akademischer Mitarbeiter zu Jürgen Osterhammel an den Arbeitsbereich für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Konstanz.


Wissenschaftlicher Werdegang

Curriculum Vitae

Forschungsprojekte

Handbuch “Musicking in Twentieth-Century Europe” (mit Klaus Nathaus)

Das Handbuch wird zentrale Themen und Schlüsselentwicklungen im europäischen Musikleben während eines langen 20. Jahrhunderts von den Anfängen der modernen Musikindustrie bis zur Nutzung des Internets in den Blick nehmen und seine Leserinnen und Leser mit rezenten Trends und Ansätzen der interdisziplinären Musikgeschichtsschreibung vertraut machen. Es nimmt Christopher Smalls Konzept des „Musicking“ zum Ausgangspunkt und betrachtet „Musik“ als eine ganze Reihe von Praktiken, vom Komponieren, Aufführen, Zuhören und Tanzen bis zum Verlegen, Besprechen, Vermarkten und Instrumentalisieren. Mit seinem praxeologischen Ansatz schreibt es sich in die übergreifende Agenda der neuen Handbuchreihe „Contemporary European History“ ein, die bei De Gruyter erscheinen und von Matthias Middell und Corinna Unger herausgegeben wird. Gleichfalls ganz im Einklang mit der Reihe, werden renommierte Autorinnen und Autoren aus ganz Europa und den USA von ihrem jeweiligen (Forschungs-)Standort aus transnationale Verbindungslinien herausarbeiten und Vergleiche ziehen, sodass in der Gesamtschau ein neues, facettenreiches Bild vom europäischen Musikleben im 20. Jahrhundert entsteht.

Special Issue “The Making of Music Venues: Inquiries into Global Urban History” (mit Cornelia Escher)

Music venues form nodal points around which to explore networks of people and the materialization of styles, trends and ideas. Moreover, they work as condensers, bringing together the domain of aesthetic experience with social, political, economic factors. Our special section takes these observations as a starting point to study these particular urban spaces, with a special focus on the first half of the long twentieth century. By highlighting agency, the interplay between music and architecture, and the human experience and use of music venues, we will address the making of such venues and their entanglement with urban cultures. Examples include a wide range of venues that provided high culture as well as mass entertainment in Nashville, Montreal, Ankara and Havana. On a methodological level, the section broadens the field of urban history and at the same time points to some empirical limits of a global urban history. The focus on music venues thus also serves as a means to inquire into the transformations of taste, experience, agency and style in urban cultures, which, in some respects, withstand a “global” explanation.

Publikationen

Neu erschienen:
Kunst, Spiel, Arbeit. Musikerleben in Deutschland, 1850 bis 1960
Vandenhoeck & Ruprecht, 2020

Bis heute gilt Deutschland als gelobtes Land der Musik. Herausragende Komponisten, gefeierte Interpreten und berühmte Orchester üben international eine große Anziehungskraft aus. Auf ihnen ruht zugleich das Selbstverständnis der Deutschen als einer besonders musikalischen Kulturnation. Das Fundament dieser Reputation bildeten seit dem 19. Jahrhundert Musiker und Musikerinnen in ihrer breiten Masse. Sie saßen in Orchestergräben oder spielten in Ensembles zum Tanz auf, gaben mit der Militärkapelle ein Gartenkonzert oder sorgten im Stummfilmkino für die musikalische Untermalung. Martin Rempe spürt ihren Lebens- und Arbeitswelten zwischen Kunst, Spiel und Arbeit nach. Mit dem detaillierten Porträt der Berufsgruppe in ihrem Streben nach sozialem Aufstieg und gesellschaftlicher Anerkennung wird erstmals eine Musikgeschichte ›von unten‹ vorgelegt, die das deutsche Musikleben im 19. und 20. Jahrhundert in einem neuen Licht erscheinen lässt.


Monographien

Kunst, Spiel, Arbeit. Musikerleben in Deutschland, 1850 bis 1960, Göttingen 2020: Vandenhoeck & Ruprecht.

Entwicklung im Konflikt. Die EWG und der Senegal, 1957–1975, Köln 2012: Böhlau. mehr

Herausgeberschaften

  • Cultural Brokers and the Making of Global Soundscapes, 1880s to 1930s (= Itinerario 41,2 (2017)) (zusammen mit Claudius Torp). mehr
     
  • Kommunikation im Musikleben. Harmonien und Dissonanzen im 20. Jahrhundert, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2015 (with Sven Oliver Müller and Jürgen Osterhammel). mehr
  • Mapping Agency. Comparing Regionalisms in Africa, Aldershot: Ashgate 2013 (with Ulrike Lorenz).

Artikel und Beiträge

  • Ambivalenzen allerorten. Neue Forschungen zur Geschichte der Entwicklungszusammenarbeit, in: Archiv für Sozialgeschichte 58. 2018, S. 331–352.
     
  • Stimmungsheber. Berufsmusiker an der Front im Ersten Weltkrieg, in: Lied und Populäre Kultur/Song and Popular Culture 63. 2018, S. 235–251.
     
  • „Schweizer Feldmusik auf Reisen“. Die Konstanzer Regimentsmusik unter Konstantin Handloser, in: Harald Derschka u. Jürgen Klöckler (Hg.), Der Bodensee – Natur und Geschichte aus 150 Perspektiven, Ostfildern 2018, S. 208f.
     
  • Der Rhythmus der Arbeit in der Arbeit am Rhythmus. Musikeralltag um 1900, in: Christoph Büttner u. Carolin Piotrowski (Hg.), Im Rhythmus. Entwürfe alternativer Arbeitsweisen von 1900 bis in die Gegenwart, Paderborn: Fink 2018, S. 191–205.
     
  • Cultural Brokers in Uniform: The Global Rise of Military Musicians and Their Music. In: Itinerario 41. 2017 (2), S. 327–352. (Text im PDF-Format)
     
  • Cultural Brokers and the Making of Glocal Soundscapes, 1880s to 1930s. In: Itinerario 41. 2017 (2), S. 223–233 (zusammen mit Claudius Torp). mehr
     
  • "A la fin de tout, il reste la rumba": Musikleben im spätkolonialen Léopoldville und Brazzaville, in: Sven Oliver Müller, Jürgen Osterhammel, Martin Rempe (Hg.), Kommunikation im Musikleben. Harmonien und Dissonanzen im 20. Jahrhundert, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2015, S. 235-250. (Text im PDF-Format)
     
  • Vergemeinschaftung, Pluralisierung, Fragmentierung. Kommunikationsprozesse im Musikleben des 20. Jahrhunderts, in: Sven Oliver Müller, Jürgen Osterhammel u. Martin Rempe (Hg.), Kommunikation im Musikleben. Harmonien und Dissonanzen im 20. Jahrhundert, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2015, S. 9–25 (zusammen mit Sven Oliver Müller).
     
  • Jenseits der Globalisierung: Musikermobilität und Musiktaustausch im 20. Jahrhundert, in: Boris Barth, Stefanie Gänger, Niels P. Petersson (Hg.), Globalgeschichten. Bestandsaufnahme und Perspektiven, Frankfurt a.M.: Campus 2014, S. 205-227. (Text im PDF-Format)
  • Entangled Industrialization: The EEC and Industrial Development in Francophone West Africa, in: Christian Grabas, Alexander Nützenadel (Hg.), Industrial Policy in Europe after 1945: Wealth, Power and Economic Development in the Cold War, Basingstoke: Palgrave Macmillan 2014, S. 236-255. (Text im PDF-Format)
  • Bringing Agency Back into African Regionalism, in: Ulrike Lorenz-Carl, Martin Rempe (Hg.), Mapping Agency: Comparing Regionalisms in Africa, Aldershot: Ashgate 2013, S. 1-13 (zusammen mit Ulrike Lorenz-Carl).
  • From Development Business to Civil Society? Societal Actors in Development Cooperation. in: Wolfram Kaiser und Jan-Henrik Meyer (Hg.), Societal Actors in European Integration: Polity Building and Policy Making, 1958-1992, Basingstoke: Plagrave Macmillan 2013, S. 129-150. (Text im PDF Format)
  • La République décolonisée. Wie die Dekolonisierung Frankreich verändert hat, in: Geschichte und Gesellschaft 37,2 (2011), S. 157-197 (zusammen mit Christoph Kalter). (Text im PDF-Format)
  • Decolonization by Europeanization? The early EEC and the Transformation of French-African Relations, KFG Working Papers Series, No. 27, May 2011, Kolleg-Forschergruppe
    (KFG) "The Transformative Power of Europe" Freie Universität Berlin. (Text im PDF-Format)
  • EEC Industrialization Plans for Africa in the 1960ies, in: Federica di Sarcina, Laura Grazi, Laura Scichilone (Hg.), Dialogo sull'Europa, Siena: Centro Editoriale Toscano 2010, S. 157-167. (Text im PDF-Format)
  • Fit für den Weltmarkt in fünf Jahren? Die Modernisierung der senegalesischen Erdnusswirtschaft in den 1960er Jahren, in: Hubertus Büschel, Daniel Speich (Hg.), Entwicklungswelten. Zur Globalgeschichte der Entwicklungszusammenarbeit, Frankfurt am Main: Campus 2009, S. 241–273. (Text im PDF-Format)
  • Airy Promises: Senegal and the EEC's Common Agricultural Policy in the Nineteen-Sixties, in: Kiran Klaus Patel (Hg.), Fertile Ground for Europe? The History of European Integration and the Common Agricultural Policy since 1945, Baden-Baden: Nomos 2009, S. 221–240. (Text im PDF-Format)
  • 50 Jahre „Europa“ in Westafrika. Zum Verhältnis europäischer und afrikanischer Integration, in: Ingolf Pernice, Sarah Krieg u.a. (Hg.), Europa jenseits seiner Grenzen. Historische, politologische und juristische Perspektiven, Baden-Baden: Nomos 2009, S. 37–52 (zusammen mit Tillmann Schneider). (Text im PDF-Format)
  • Crashkurs zum europäischen Entwicklungsexperten? Das Praktikantenprogramm der EWG-Kommission für afrikanische Beamte in den 60er Jahren, in: Veronika Lipphardt, Kiran Klaus Patel, Lorraine Bluche (Hg.), Der Europäer – ein Konstrukt. Wissensbestände, Diskurse, Praktiken, Göttingen: Wallstein 2009, S. 207–228, (Text im PDF-Format)
  • Von der Völkerherrschaft zur Demokratie? Die Europäische Union nach der „Verfassung für Europa“ (= WHI-Paper 14/04), August 2004. (Text im PDF-Format)

Rezensionen und Tagungsberichte

  • Allen, Roger, Wilhelm Furtwängler: Art and the Politics of the Unpolitical, Woodbridge / Rochester, NY: The Boyden Press 2018, in: German History (angenommen).
     
  •  Löhr, Isabella u. Bernhard Gißibl (Hg.), Bessere Welten. Kosmopolitismus in den Geschichtswissenschaften, Frankfurt / New York: Campus 2017, in: geschichte.transnational, Link.
     
  •  Buettner, Elizabeth, Europe after Empire: Decolonization, Society, and Culture, Cambridge: Cambridge University Press 2016, in: H-Soz-Kult, 30.11.2017, Link.
     
  •   Hall, Mirko M., Musical Revolutions in German Culture: Musicking against the Grain, 1800–1980 New York / Basingstoke 2014, in: German Studies Review 40.2017 (1), S. 187-189.
     
  • Wilder, Gary, Freedom Time: Negritude, Decolonization, and the Future of the World, Durham / London: Duke University Press 2015, in: Neue Politische Literatur 61.2016 (2), S. 297f. Link
     
  • Pasdzierny, Matthias, Wiederaufnahme? Rückkehr aus dem Exil und das westdeutsche Musikleben nach 1945, München: edition text+kritik 2014, in: Neue Politische Literatur 60.2015 (3), S. 495-497. Link
     
  • Lange, Kerstin, Tango in Paris und Berlin. Eine transnationale Geschichte der Metropolenkultur um 1900, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2014, in: geschichte.transnational. Link
     
  • Kadelbach, Stefan (Hg.), Effektiv oder gerecht? Die normativen Grundlagen der Entwicklungspolitik, Frankfurt am Main: Campus 2014, in: Neue Politische Literatur 60.2015 (2), S. 351f. Link
     
  • James, Leslie, George Padmore and Decolonization From Below: Pan-Africanism, The Cold War, and the End of Empire, Basingstoke / New York: Palgrave Macmillan 2014, in: Neue Politische Literatur 60.2015 (1), S. 150f. Link
     
  • Françoise Blum, Révolutions africaines: Congo, Sénégal, Madagascar années 1960–70, Rennes 2014, in: Neue Politische Literatur 59.2014, S. 342–344.
  • Alain Chatriot und Dieter Gosewinkel (Hg.), Koloniale Politik und Praktiken Deutschlands und Frankreichs, 1880–1962. Politiques et  pratiques coloniales dans les empires allemand et français, Stuttgart: Steiner 2010, in: H-Soz-U-Kult, 14.02.2012, URL: hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2012-1-100
  • Sammelrezension „Geistewissenschaften und Dekolonisation in Frankreich und Europa“ (Catherine Coquery-Vidrovitch, Enjeux politiques de l'histoire coloniale, Marseille: Agone 2009; Felix Brahm, Wissenschaft und Dekolonisation. Paradigmenwechsel und institutioneller Wandel in der akademischen Beschäftigung mit Afrika in Deutschland und Frankreich, 1930–1970, Stuttgart: Steiner 2010; Olivier Dard und Daniel Lefeuvre (Hg.), L' Europe face à son passé colonial, Paris: Riveneuve 2008, in: Sehepunkte 12 (2012), Nr. 7/8, 15.07.2012, URL: www.sehepunkte.de/2012/07/19495.html
  • Matthias Schmelzer, Freiheit für Wechselkurse und Kapital. Die Ursprünge neoliberaler Währungspolitik und die Mont Pélérin Society, Marburg: Metropolis – Verlag für Ökonomie, Gesellschaft und Politik 2010, in: H-Soz-U-Kult, 20.01.2011, URL: hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-1-046
  • Querschnittsbericht “Humanitarismus und Entwicklung“, 48. Historikertag, Berlin 2010, in: Historisches Forum 13 (2010), S. 25–33 (zusammen mit Heike Wieters).